Blindschleiche oder Adlerauge? Myopie-Management kann verhindern, dass Kurzsichtigkeit bei Kindern zunimmt – zum Beispiel mit angepassten Kontaktlinsen.

Interview:
„Myopie-Management hilft kurzsichtigen Kindern“

Das Thema Myopie-Management bei Kindern liegt Marcel Reischl am Herzen: Der Diplom-Ingenieur für Augenoptik hat seit 2004 tausenden von Kindern und Erwachsenen bei Avermann Contactlinsen persönliche Kontaktlinsen angepasst.

Oft kommen Eltern, die selbst stark kurzsichtig sind, mit ihrem Kind in das Dortmunder Kontaktlinseninstitut. Sie möchten unbedingt verhindern, dass ihr Nachwuchs später im Leben auch unter so hohen Dioptrienwerten leiden muss wie sie. Ihre Sorgen sind dem Kontaktlinsenexperten und Vater vertraut. Meistens kann Marcel Reischl helfen.

Myopie-Management: Was ist das?

Herr Reischl, bitte erklären Sie ganz kurz und für den Laien: Was bedeutet „Myopie-Management“?

Marcel Reischl (MR): „Myopie“ bedeutet „Kurzsichtigkeit“; „myopisch“ heißt also einfach „kurzsichtig“.

Beim Myopie-Management setzt der Augenoptiker oder Augenarzt verschiedene Methoden und Therapien ein. Ziel ist eine persönliche Lösung, um den Anstieg der Kurzsichtigkeit bei diesem Kind zu bremsen oder sogar zu verhindern. Das gelingt übrigens bei fast jedem Kind. Allerdings können wir nicht zaubern – eine Garantie gibt es nicht. Genauso wenig machen wir falsche Versprechungen: Myopie-Management kann Kurzsichtigkeit bei Kindern nicht „heilen“ oder „rückgängig machen“. Aber sie kann die Situation des Kindes deutlich verbessern.

Übrigens beraten wir beim professionellen Myopie-Management die betroffene Familie auch zu ihren Lebensumständen. Denn die Hauptursachen für Kurzsichtigkeit bei Kindern sind: zu viel Nahtätigkeit und zu wenig Tageslicht. Dagegen kann die Familie am besten gemeinsam etwas tun.

Marcel Reischl, Mitarbeiter bei Avermann Kontaktlinsen und Experte für Myopie-Management

Myopie bedeutet: Kurzsichtigkeit.

Im Gegensatz zur punktuellen Myopie-Kontrolle, ist das Myopie-Management langfristig, engmaschig und systematisch angelegt. Der Experte – meist ein Augenoptiker oder ein Augenarzt – untersucht, begleitet und versorgt den Betroffenen über Jahre. Dazu gibt es regelmäßige Termine für Kontrollen, bei denen auch die Sehhilfe immer wieder den veränderten Bedürfnissen angepasst wird. Außerdem wird kontinuierlich gemessen und dokumentiert, ob und wie stark das Kind oder der Jugendliche kurzsichtiger geworden ist. Dabei beobachtet der Augenoptiker auch die Augengesundheit und arbeitet bei Bedarf eng mit einem Augenarzt zusammen.

Bei Avermann Contactlinsen erkennen Experten auch frühe Anzeichen für Kurzsichtigkeit bei Kindern.
Ihr Kind zeigt Anzeichen für Kurzsichtigkeit? Dann sollten sie mit ihm schnell zum Myopie-Management bei Avermann Contactlinsen in Dortmund.

Für wen ist „Myopie-Management“ geeignet? Gibt es Altersgrenzen?

MR: Ja, die gibt es. Myopie-Management ist dann sinnvoll, wenn ein Kind

  • mit der Schule startet, also ab dem 6. Lebensjahr,
  • bereits mindestens -1 Dioptrien kurzsichtig ist,
  • schnell noch kurzsichtiger wird: (mehrfach) innerhalb eines Jahres, um mindestens um -0,5 Dioptrien,
  • noch nicht 10 Jahre alt ist.

Meistens ist der Schulstart auch der Startschuss für Kurzsichtigkeit bei Kindern.

Zu uns kommen oft die Kinder, deren Kurzsichtigkeit schnell stark zunimmt. Dann sprechen Augenoptiker und Augenärzte von „Progression“ (das bedeutet: Zunahme, Fortschreiten).

Nach der Pubertät schließt sich das Zeitfenster für Myopie-Management. Obwohl sich Kurzsichtigkeit auch noch später, bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, zum Beispiel durch Abitur und Studium verschlimmern kann. Denn Naharbeit ist Stress für die Augen

Aber nach dem Ende der Pubertät ist das Risiko, dass die Kurzsichtigkeit zunimmt, nicht mehr so stark wie vorher. Außerdem gehen Kinder und Jugendliche durch das Myopie-Management gut begleitet und versorgt durchs Leben.

Deshalb sage ich Jugendlichen auch immer, dass sie auf jeden Fall „dranbleiben“ sollten an ihrer Kurzsichtigkeit, auch nach der Pubertät. Umso wichtiger ist das, wenn weitere Bildungsabschlüsse wie Abitur oder Studium anstehen und der junge Mensch künftig viel Zeit über Büchern und am Rechner verbringen wird …

Was genau passiert beim Myopie-Management?

MR: Zu Beginn des ausführlichen Beratungsgesprächs fragen, messen und untersuchen wir einiges.

Ganz wichtig ist uns, zu Eltern und Kind Vertrauen aufzubauen. Deshalb steht das persönliche Gespräch gerade beim ersten Termin im Vordergrund. Der Dialog dient aber auch dazu, die genauen Lebensumstände dieser Familie kennenzulernen. Schließlich beraten wir sie auf Basis dieser Informationen und suchen eine Lösung.

Die Ergebnisse dieses 1. Myopie-Management-Termins werten wir dann im Institut aus. Dafür tauschen wir uns im Team untereinander aus. Anschließend besprechen wir mit den Eltern eine mögliche Lösung, zum Beispiel telefonisch.

Bei einem nächsten Termin können wir dann schon damit beginnen, weiche, formstabile, multifokale Kontaktlinsen oder Nachtlinsen (Ortho-K) anzupassen. Es gibt auch Fälle, in denen wir einen Augenarzt hinzuziehen, weil zum Beispiel Atropin-Tropfen helfen könnten. Die darf ein Augenoptiker nicht verabreichen.

Schließlich vereinbaren wir einen neuen Myopie-Kontrolltermin.

So läuft die erste Untersuchung bei Avermann Contactlinsen ab:

  1. Wir starten mit einem kurzen Fragebogen. Das dauert 5 Minuten.
  2. Dann prüfen wir die Sehleistung und bestimmen die Augenform.
  3. Anschließend erstellen wir ein „Risikoprofil“: Dazu erfragen wir
    • Alter des Kindes,
    • Herkunft (Asiaten haben ein höheres Risiko, stärker kurzsichtig zu werden),
    • erbliche Vorgeschichte durch die Eltern,
    • Lebensumstände: Wie oft und lange ist ihr Kind draußen an der frischen Luft und am Tageslicht? Welche Outdoor-Hobbies hat die Familie? Sitzt das Kind viel in geschlossenen Räumen, über Büchern und Bildschirmen?
  1. Dann untersuchen wir vorsichtig den sogenannten vorderen Augenabschnitt: Bindehaut, Hornhaut, Lid und Lidränder.

Der Kurzsichtigkeit auf den Fersen bleiben

Wie gehen Sie mit ängstlichen Kindern (oder Eltern) um?

MR: Myopie-Management tut nicht weh und ist auch nicht unangenehm. Im Gegenteil: Oft haben wir dabei gerade mit Kindern viel Spaß.

Während des Kontrolltermins bleiben wir im Gespräch mit Eltern und Kind. Da entsteht schnell eine lockere Atmosphäre. Oft mache ich ein Foto vom Kinderauge, ganz nah und groß. So genau haben Eltern und Kind dieses Auge noch nicht gesehen! Das gucken wir uns zusammen an und ich maile es dem Kind auf Wunsch auch nach Hause. Kinder sind da offen und schnell begeistert. Dann kommen sie auch gern wieder.

Alle drei bis echs Monate gibt es den nächsten Myopie-Kontrolltermin. Damit bleiben wir der Kurzsichtigkeit auf den Fersen und lassen sie nicht das Ruder übernehmen. Dafür haben wir einen Erinnerungsservice bei Avermann Contactlinsen. So wird kein Termin vergessen.

Warum ist Myopie-Management so wichtig?

MR: Die Diagnose „Kurzsichtigkeit“ ist erst einmal harmlos und kein Grund zur Panik.

Aber wahr ist auch: Bei starker Kurzsichtigkeit ab -5 bis -7 Dioptrien steigt das Risiko für schwere Augenkrankheiten später im Leben stark an. So ist zum Beispiel das Risiko für eine Netzhautablösung bei so starker Kurzsichtigkeit 20 mal höher im Erwachsenenalter. Für andere Augenerkrankungen sogar 40 mal höher …

Deshalb ist Myopie-Management bei Kindern so wichtig. Es hilft uns, die Risiken für das spätere Leben klein zu halten.

Bei Avermann Contactlinsen erkennen Experten auch frühe Anzeichen für Kurzsichtigkeit bei Kindern.
Ihr Kind zeigt Anzeichen für Kurzsichtigkeit? Dann sollten sie mit ihm schnell zum Myopie-Management bei Avermann Contactlinsen in Dortmund.

Machen Sie jetzt einen Termin für ein Myopie-Management!

Ihr Kind ist unter 10 Jahren, aber schon mindestens -1 Dioptrien kurzsichtig? Dann braucht es jetzt Myopie-Management. Die Kurzsichtigkeit verschlimmert sich bei Ihrem Kind pro Jahr um mindestens -0,5 Dioptrien? Auch dann sollten Sie dringend die Chancen eines Myopie-Managements für Ihr Kind nutzen. Es kann verhindern, dass die Kurzsichtigkeit fortschreitet oder sie sogar stoppen.

Vereinbaren Sie jetzt Ihren Beratungstermin!

Myopie-Management ist Vorsorge

„Kurzsichtigkeit ist weltweit auf dem Vormarsch, auch bei Kindern. Deshalb bieten Spezialisten wie Augenoptiker und Augenärzte seit kurzem Myopie-Management für Grundschulkinder und Teenager an, die schon mindestens -1 Dioptrien kurzsichtig sind. Denn diese regelmäßigen Kontrollen können helfen, das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit bei Kindern zu bremsen oder sogar zu stoppen. Damit können Sie verhindern, dass ein Kind als Erwachsener mit Handicap durchs Leben geht oder an einer Folgeerkrankung des Auges leidet. Myopie-Management ist Vorsorge.“

Marcel Reischl, Diplom-Ingenieur für Augenoptik, Avermann Contactlinsen/Dortmund